Vorpumpwerk:

Eschweiler Fließschema 3

Eschweiler Vorpumpwerk

Leistungs- und Maschinendaten:

 

Zulaufpumpwerk:

4 Schneckenpumpen:  je 357 l/s (1285 m³/h)
Durchmesser: 1250 mm (1,25 m)
Förderhöhe:  3,85 m
Antriebsleistung: FU geregelt 18,5 kW

Weisweiler Pumpwerk:             

2 Kreiselpumpen:  je 157 l/s (565 m³/h)
Förderhöhe:  4,20 m
Antriebsleistung: 9,5 kW

Verbindungsschieber:              

1 Schieber  1,00 x 0,80 m

 Regenwasserpumpwerk:          

4 Propellerpumpen: je 1920 l/s ( 6912 m³/h )
Förderhöhe:  4,60 m
Antriebsleistung: 110 kW                                               

Hochwasserschieber:              

3 Schieber  2,25 x 1,25 m

Besonderheit:                          

Staukanal: Volumen: 2413 m³

Maximaler Abwassereintrag:                                           

1115 l/s ( 4014 m³/h )

 

Funktionsbeschreibung:

 

Das Kanalnetz der Stadt Eschweiler endet in einem Zulaufpumpwerk (Vorpumpwerk) auf der Kläranlage Eschweiler. Hier hinein werden die Abwässer durch das „Pumpwerk Eschweiler“ befördert. Diesem werden zuvor noch durch das „Pumpwerk Weisweiler“ Abwässer aus Richtung des genannten Ortsteils zugeführt. Das Vorpumpwerk besteht aus sich drehenden Schneckenpumpen, die das Abwasser anheben.

Die Abwässer aus Richtung Eschweiler und aus Richtung Weisweiler sind in der Zusammensetzung gleich. Es handelt sich um häusliches Abwasser mit jeweils einem geringen Industrieanteil.

Das Pumpwerk Weisweiler hat die Besonderheit, dass es noch einen Staukanal besitzt. Ist der Abwasserzufluss in das Vorpumpwerk zu groß, z. B. bei einem Starkregen oder Unwetterereignis (die Kläranlage darf max. 4014 m³/h an Abwasser aufnehmen), öffnet sich ein Zwischenschieber und das Abwasser gelangt dann über das Pumpwerk Weisweiler in den angeschlossenen Staukanal, wo es zurückgehalten wird.

Ist der Zufluss noch größer, fällt das verdünnte Abwasserwasser in ein Regenwasserpumpwerk. Das Abwasser ist dann so stark verdünnt, dass es ohne Probleme in den Vorfluter, hier die Inde, eingeleitet werden kann. Dies geschieht entweder über die geöffneten Hochwasserschieber im freien Ablauf zur Inde oder über Regenwasserpumpen. Staut die Inde durch hohen Wasserstand in die Kläranlage zurück, schließen sich die Hochwasserschieber, damit kein Indewasser in die Kläranlage gelangt.

Bei Trockenwetter wird der Staukanal auch als Rückhaltesystem bei unerlaubten Einleitungen (Benzin, Öle, Diesel usw. ins Kanalnetz genutzt.

Erfolgt eine entsprechende Mitteilung von der Feuerwehr, werden die Schnecken abgeschaltet. Ein Zwischenschieber zum Staukanal wird geöffnet und das verunreinigte Abwasser wird darin zwischengespeichert, bis Saugwagen die Verunreinigungen abgesaugt haben. 

Desweiteren wird der Staukanal noch bei Abweichungen im Abwasser von einem durchschnittlichen pH-Wert (sauer oder basisch) und bei einem erhöhten Leitfähigkeits-Wert (Salze) genutzt. Das normale häusliche Abwasser hat einen pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5. Ph-Werte weit über oder unter den normalen Werten (unter 4,5 oder über 9,0) sowie ein erhöhter Salzgehalt können nämlich den Bakterien in der Belebung schaden, die man zur Abwasserreinigung benötigt.

Online-Messungen der Werte im Zulaufgerinne aus dem Zulaufpumpwerk zur Rechenanlage der Kläranlage übermitteln die Messwerte in eine so genannte SPS-Steuerung, die dann die Schnecken automatisch abschaltet, den Zwischenschieber öffnet und einen Alarm ausgibt.

Das Abwasser kann bei Trockenwetter ca. 3 – 4 Std. im Staukanal zwischengespeichert werden. Damit bleibt genügend Zeit, den pH-Wert mit einer Säure zu senken oder mit einem basischen Material zu erhöhen, damit das Abwasser der Kläranlage schadlos zugeführt werden kann. Bei einer erhöhten Leitfähigkeit kann das Wasser nur verdünnt werden, d. h. längere Aufenthaltszeit im Staukanal ist erforderlich.

Das Abwasser muss aber auf jeden Fall der Kläranlage zugeführt werden, weil Abwasser ohne vorherige Reinigung nicht in die Inde gelangen darf.

Vom Vorpumpwerk gelangt das Abwasser über das Zulaufgerinne in die Sand-Fettfang-Halle.

Ihr Kläranlagen Team